Digitale Gesellschaft gestalten

kaffeetasse

Durchgehende Kaffeebar

13:00 Uhr

14:00 – 14:45 Uhr

15:00 – 15:45 Uhr

Ankommen

Poster-Session Transformation ­– gesellschaftliche Prozesse im Zusammenspiel mit digitalen Medien

Mediatisierung und inklusive Digitalisierung sind ubiquitäre, übergeordnete Prozesse, die den Alltag moderner Subjekte bestimmen. Sie tun dies in makrosozialer Hinsicht als eine Art „run away system“ (Baecker). Dieses agiert hochdynamisch, kontingent und nicht selten intransparent und unsichtbar. Aus mikrosozialer Perspektive figurieren und arrangieren die Metaprozesse Interaktion, Kommunikation und Sozialität in verschiedenen Lebenswelten. Man kann sich ihnen kaum entziehen. Vielmehr werden die mit der Digitalisierung verbundenen soziotechnischen Praktiken mehr oder minder bewusst adaptiert und in den Alltag implementiert. In der Folge modifiziert sich dieser und gestaltet sich zuweilen neu. Die einen assoziieren damit komfortable, zukunftsweisende Konsumpraktiken und Lifestyle, welche sie in Welten der Science Fiction („… wie quasi bei Star Trek“) versetzen. Bei anderen werden dagegen dystopische Vorstellungen von Dauerüberwachung, Fremdbestimmung und dem Verlust der Privatsphäre und Souveränität angeregt.

 

Im Vortrag gilt es herauszustellen, inwieweit Medien- und Datenpraktiken in soziotechnischen Umgebungen Einfluss auf die Subjekt- und Bewusstseinsbildung nehmen (können). Es stellt sich die Frage, wie u.a. Algorithmisierung, Datafizierung und Machine Learning Menschen moderner Gesellschaften nicht nur herausfordern, sondern auch, wie sie als technische Prozesse kontrollbierbar bleiben und mitgestaltet werden können. Damit verknüpft sind wiederum Überlegungen, inwieweit ein selbstbestimmtes, souveränes Handeln mit digitalen Medientechnologien gewährleistet werden kann.

 

Dagmar Hoffmann ist Professorin für Medien und Kommunikation sowie Gender Media Studies an der Universität Siegen und beschäftigt sich mit Überwachungs- und Bewertungspraktiken im Kontext der Nutzung von Smart Speakern in häuslichen Umgebungen. Im Projekt Digitales Deutschland interessiert sie sich u.a. für die diskursiven Verhandlungen von Künstlicher Intelligenz.

(Fotografie: Alexander Hauck)

.

Idea Lab

Tagungsraum B

kaffeetasse

Kaffeepause

gelbe_kette

Idea Lab

16:00 – 18:00 Uhr

Sessions zu den Bereichen

Medienwandel bedeutet die kulturelle und strukturelle Veränderung von Medieninstitutionen und digitalen Technologien. Er verändert gesellschaftliche Kommunikations-, Informations- und Governancestrukturen. Für politische Bildung und Medienpädagogik deutet das auf die Notwendigkeit hin, sich mit dem Spannungsverhältnis zwischen Basisdemokratie für alle und der Autonomie und Selbstregulation des Individuums auseinanderzusetzen. Darüber hinaus gilt es die Transformation alter Machtstrukturen zu forcierter Individualisierung in den Blick zu nehmen. Wie ist die Zieldimension der Selbstbestimmung neu zu fassen? Inwiefern gilt es Konzepte politischer Bildung und Medienpädagogik fortzuschreiben? Wie können Ansätze, Perspektiven und Herangehensweisen beider Bildungsbereiche miteinander verzahnt werden? 

 

Diese Session wird begleitet von: Prof. Dr. Heidrun Allert, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Menschen werden in unserer Gesellschaft oft im Kontext von Gruppenkonstruktionen wahrgenommen und unterschieden. Vielfältigen Fremd- und Selbstzuschreibungen verweisen z. B. auf die Bedeutung von Geschlecht, Sexualität, Religion, Einwanderungsgeschichte, sozialer Schicht, Alter und Ability. Diese veranschaulichen die Diversität unserer Gesellschaft. Gleichzeitig führen sie zu Unterdrückung und Benachteiligung. Das geschieht insbesondere durch ihre Verschränkungen und Wechselwirkungen. Welche Entwicklungen sind mit Blick auf Diversität und Ausgrenzung zu beobachten? Welche Möglichkeiten bieten sich, durch digitale Medien Diversität sichtbar zu machen und eine lebendige demokratische Gesellschaft zu gestalten? Inwiefern werden durch den digitalen Wandel Formen der Ausgrenzung unterstützt?  

 

Diese Session wird begleitet von: Pierre Asisi, ufuq.de

Wie prägt das Zusammenspiel von Kapitalismus und Digitalisierung unsere Gesellschaft? Diesbezüglich sind mehrere Phänomene von Interesse. Erstens die Plattform-Ökonomie. Diese verändert Wertschöpfungsketten und baut damit Wirtschaften um. Zweitens die Privatisierung von Räumen der Kommunikation und gesellschaftlichen Diskursen. Damit bestimmen privatwirtschaftliche Akteur:innen Rahmenbedingungen der (semi-)öffentlichen wie auch (semi-)privaten Kommunikation. Drittens treten zunehmend privatwirtschaftliche (und dabei nicht gemeinnützige) Akteur:innen als Bildungsanbieter:innen auf. Damit stellt sich die Frage, wie sich das Verständnis wandelt von Bildungsangeboten als staatlicher Fürsorgeauftrag versus Bildung als einem nach Nachfrage und Angebot organsiertem Markt.

 

Diese Session wird begleitet von: Prof. Dr. Valentin Dander, Fachhochschule Clara Hoffbauer Potsdam

Unter dem Stichwort Nachhaltigkeit sind Transformationsprozesse zusammengefasst, die in der Gesellschaft stattfinden (müssen), um mit den Folgen der Klimakrise umzugehen. In diesem Kontext ist zu klären, welche Rollen digitale Medien und Systeme als Ursache, Treiber oder Lösung der damit verbundenen Herausforderungen einnehmen. Es gilt sich zudem der Frage zu widmen, welche Bedeutung eine ressourcenschonende Nutzung digitaler Medien und Systeme haben kann - und inwiefern diese angesichts eines permanenten Innovationsdrucks überhaupt möglich ist. Darüber hinaus ist es wichtig, den ökologisch fokussierten Blick hinsichtlich der Nachhaltigkeit verschiedener Ansätze von Bildungsarbeit zu weiten. 

 

Diese Session wird begleitet von: Amanda Groschke, Nachhaltigkeit. Digitalisierung. Wandel.

besteck

Abendessen und gemeinsamer Tagesausklang

Idea Lab

19:20 Uhr

Treffen zur Stadtführung

Anmeldung

kaffeetasse

Durchgehende Kaffeebar

Idea Lab

9:15 – 9:55 Uhr

Pluralismus, Medien und Demokratie: Eine Vision der "Demokratischen Debatte“ für die Postmigrantische Gesellschaft

 

Deutschland ist nicht bloß jene westeuropäische Nation, die 2005 mit vergleichsweise großer Verzögerung ihren Einwanderungsstatus akzeptierte, sie ist auch jene Nation, die nur zehn Jahre später international zu einem ein Key Player der Aufnahme von Migrant:innen avancierte. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, was dieser Umstand mit „unserem“ im Grundgesetz verankerten Versprechen von Pluralismus und Parität macht? Und, ob und wie sich die „Demokratische Debatte“ dadurch verändert hat?

 

Migration ist zur Chiffre für die Aushandlung aller sozialer Fragen avanciert – das ist unsere Postmigrantische Realität. Diese Realität liegt zum einen am Umstand der neuen migrationspolitischen Realitäten und zum anderen daran, dass Migrationspolitik die Kernfrage der „Demokratischen Debatte“ in den Mittelpunkt rückt, nämlich: die Einbeziehung aller von einem gesellschaftspolitischen Problem potenziell Betroffenen am deliberativen Prozess der Entscheidungsfindung. Die medial vermittelte Debatte erzeugt dabei Gefühle von Repräsentation, Zugehörigkeit und Teilhabe – oder eben von Nicht-Zugehörigkeit und Beteiligungslücken.

 

Die Crux bestehender Beteiligungslücken liegt an diskursiven Schließungen in der „Demokratischen Debatte“, die entgegen verbreiteter Annahmen über rational-argumentative Schließungen, im Grunde tiefliegende narrativ vorkonfigurierte Schließungen sind. Narrative Formen konfigurieren identitäre Subjektkonstellationen vor: sie strukturieren, wessen Argumente wir als legitim und rational betrachten (in-group identity) und wessen Argumente wir – egal, wie rational sie sind – als illegitim und irrational verwerfen (out-group identity). Einige Erzählformen verhärten die Grenzen zwischen Innen und Außen durch selbstidealisierende Sicherheiten, die Antwort auf das gesellschaftspolitische Problem kann nur durch jene gefunden werden, die rational argumentieren. Das Resultat ist eine reaktionäre Rückbesinnung auf „alte“ Identitäten. Andere Erzählformen erzeugen Selbstzweifel und Unsicherheit, sie gestehen ein, dass die herkömmliche „In-Group“ bisweilen an der Entscheidungsfindung gescheitert ist. Dies beschreibt einen visionären Modus, der fortlaufend kommunikative Räume öffnet, in denen „Neue/Andere“ als legitim und rational-argumentiert markiert werden, somit eingeladen sind, sich an der Findung besserer Lösungen auf gesellschaftspolitische Probleme zu beteiligen – national und supranational.

 

Dr. Özgür Özvatan ist Politikwissenschaftler und Soziologe. Er ist Co-Leiter der Abteilung Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik am Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin, wo er zu Themen wie Zugehörigkeit, Rassismus, Radikalisierung, Ethno- und Transnationalismus forscht und die Nachwuchsgruppe „‘Deutscher Islam’ als Alternative zum Islamismus?“ leitet. Er ist Koordinator des Immigration Research Netzwerk des Council for European Studies (CES) der Columbia University, war Visiting Fellow an der University of Melbourne und war Fellow des Centre for Analysis of the Radical Right (CARR).

Tagungsraum B

gelbe_kette

10:05 – 10:40 Uhr

Zusammenfinden in Homegroups

Die geladenen Expert*innen kommen über die Tagung hinweg immer wieder in Dialog-Gruppen zusammen.

raeder
kaffeetasse

Kaffeepause

Idea Lab

11:00 – 13:00 Uhr

Sessions zu den Bereichen

Der Paritätische Armutsbericht 2021 konstatierte in der Pandemie ein trauriges Rekordhoch: 16,1 Prozent der Bevölkerung sind zu den Armen zu rechnen. Sowohl Kinder als auch Rentner:innen sind überproportional von Armut betroffen. Der Einfluss von materieller Armut auf politisches Interesse wie auch Teilhabemöglichkeiten ist mehrfach ausgewiesen. Welche Bedeutung spielt dabei der digitale Wandel? Inwiefern verändern sich in diesem Zuge Teilhabemöglichkeiten für arme oder von Armut bedrohte Menschen? Wesentlich ist zudem die Frage, inwiefern der digitale Wandel zu einer ungleichen Wohlstandsverteilung beiträgt.  

 

Diese Session wird begleitet von: Andreas Oberlinner, JFF - Institut für Medienpädagogik

Demokratische Meinungsbildung erfordert einen offenen Diskurs. Zugleich ist gerade in Online-Medien sichtbar, wie gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und rechtsextremes Gedankengut anschlussfähiger geworden sind. Sie befördern den offenen Diskurs in eine Krise. In den Kommentarspalten auf Social Media werden Polarisierungstendenzen der Gesellschaft besonders spürbar. Doch wo sind Spaltungen in der Gesellschaft verankert? Wer gesellschaftliche Teilhabe und Empowerment fördern möchte, muss sich die Ungleichheit in den Strukturen ansehen. Wie begünstigen Ausgrenzungsprozesse die Zustimmung zu rechtsextremen und menschenfeindlichen Ideologien? Wer ist durch Spaltungen in der Gesellschaft exkludiert? Was kann inklusive Bildungsarbeit bewirken? Welche Bedeutung haben Online-Medien für die Rahmenbedingungen gesellschaftlicher Diskurse?  

 

Diese Session wird begleitet von: Prof. Dr. Sabine Achour, Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin

„Der Anteil der deutschen Bevölkerung, der auf dem Land lebt, hat den niedrigsten Stand seit 1871 erreicht.“ Das ist das Ergebnis einer Studie des ifo Instituts in Dresden von 2020. Die anhaltende Abwanderung insbesondere der jüngeren Landbevölkerung in die Städte hat verschiedene Gründe. Dazu gehören fehlende Arbeitsplätze – sowohl was das quantitative Beschäftigungsangebot angeht wie auch die Vielfalt an beruflichen Möglichkeiten. Ein eingeschränktes kulturelles und Bildungsangebot sowie fehlende soziale Strukturen mindern die Attraktivität ländlicher Gegenden. Mängel in der digitalen Infrastruktur, die beispielsweise Internetversorgung und Breitbandausbau einschließen, sind überdies als Herausforderungen zu titulieren.

Was bedeuten diese Gegebenheiten für die gesellschaftliche Teilhabe der ländlichen Bevölkerung? Welche Bedingungen müssen geschaffen sein, dass artikulierte Bedarfe aufgegriffen und umgesetzt werden? Welche Bedeutung kommt dabei digitalen Medien und Systemen zu? Wie kann sich Medienpädagogik hier einbringen? 

 

Diese Session wird begleitet von: Mirjam Opitz, Arbeitsgruppe für Supply Chain Services des Fraunhofer IIS

Kulturelle Teilhabe kann zum sozialen Zusammenhalt beitragen. Mit Kultur wird zudem Macht verhandelt. Somit haben (Sub-)Kulturen immer auch eine politische Dimension. Die aktive Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur ermöglicht einen Zugang zu Gesellschaft, Geschichte und Werten. Einen wesentlichen Ausgangspunkt stellen die individuelle und gemeinschaftliche Kreativität und der gestaltende Ausdruck dar. Kreativ das eigene Leben zu gestalten, ist heute eine prägende gesellschaftliche Leitidee. Mit digitalen Medien sind vielfältige Möglichkeiten der Artikulation und Veröffentlichung von Interessen verfügbar. Keineswegs ist es dadurch einfacher geworden, ein Publikum zu erreichen sowie eine Öffentlichkeit für eigene Anliegen und kreative Äußerungen herzustellen. Welche Bedeutung hat vor diesem Hintergrund die kulturelle Bildung? Welche Zielsetzungen konturieren sich an den Schnittstellen zur politischen Bildung und Medienpädagogik? 

 

Diese Session wird begleitet von: Prof. Dr. Birgit Dorner, Katholische Stiftungshochschule München

besteck

Mittagspause

Idea Lab

14:00 – 14:10 Uhr

Zusammenkommen im Plenum

Idea Lab

14:10 – 15:00 Uhr

Arbeitsphase in Homegroups

raeder

15:15 – 16:15 Uhr

Idea Lab

kaffeetasse

Kaffeepause

gelbe_kette

Idea Lab

16:30 – 18:30 Uhr

Arbeitsphase in Homegroups

raeder
besteck

Abendessen und gemeinsamer Tagesausklang

Idea Lab

kaffeetasse

Durchgehende Kaffeebar

9:30 – 9:40 Uhr

Begrüßung im Plenum

Idea Lab

9:40 – 10:30 Uhr

Arbeitsphase in Homegroups

raeder
kaffeetasse

Kaffeepause

Idea Lab


Idea Lab

11:00 – 12:30 Uhr

Gallery Walk zu den Arbeitsergebnissen der Homegroups

Idea Lab

raeder

12:30 – 13:00 Uhr

Vision und Tagungsabschluss

Idea Lab

besteck

Mittagessen

Idea Lab

Montag – 16.05.2022

Durchgehende Kaffeebar

13:00 Uhr
Ankommen

14:00 – 14:45 Uhr
Poster-Session Transformation ­– gesellschaftliche Prozesse im Zusammenspiel mit digitalen Medien

15:00 – 15:45 Uhr
„… wie quasi bei Star Trek“ –
Digitale Subjektbildung und Souveränität im Kontext alltäglicher Medien- und Datenpraktiken
Prof. Dr. Dagmar Hoffmann,
Universität Siegen

Mediatisierung und inklusive Digitalisierung sind ubiquitäre, übergeordnete Prozesse, die den Alltag moderner Subjekte bestimmen. Sie tun dies in makrosozialer Hinsicht als eine Art „run away system“ (Baecker). Dieses agiert hochdynamisch, kontingent und nicht selten intransparent und unsichtbar. Aus mikrosozialer Perspektive figurieren und arrangieren die Metaprozesse Interaktion, Kommunikation und Sozialität in verschiedenen Lebenswelten. Man kann sich ihnen kaum entziehen. Vielmehr werden die mit der Digitalisierung verbundenen soziotechnischen Praktiken mehr oder minder bewusst adaptiert und in den Alltag implementiert. In der Folge modifiziert sich dieser und gestaltet sich zuweilen neu. Die einen assoziieren damit komfortable, zukunftsweisende Konsumpraktiken und Lifestyle, welche sie in Welten der Science Fiction („… wie quasi bei Star Trek“) versetzen. Bei anderen werden dagegen dystopische Vorstellungen von Dauerüberwachung, Fremdbestimmung und dem Verlust der Privatsphäre und Souveränität angeregt.
Im Vortrag gilt es herauszustellen, inwieweit Medien- und Datenpraktiken in soziotechnischen Umgebungen Einfluss auf die Subjekt- und Bewusstseinsbildung nehmen (können). Es stellt sich die Frage, wie u.a. Algorithmisierung, Datafizierung und Machine Learning Menschen moderner Gesellschaften nicht nur herausfordern, sondern auch, wie sie als technische Prozesse kontrollbierbar bleiben und mitgestaltet werden können. Damit verknüpft sind wiederum Überlegungen, inwieweit ein selbstbestimmtes, souveränes Handeln mit digitalen Medientechnologien gewährleistet werden kann.

Dagmar Hoffmann ist Professorin für Medien und Kommunikation sowie Gender Media Studies an der Universität Siegen und beschäftigt sich mit Überwachungs- und Bewertungspraktiken im Kontext der Nutzung von Smart Speakern in häuslichen Umgebungen. Im Projekt Digitales Deutschland interessiert sie sich u.a. für die diskursiven Verhandlungen von Künstlicher Intelligenz.

Kaffeepause

16:00 – 18:00 Uhr
Sessions zu den Bereichen

Medienwandel bedeutet die kulturelle und strukturelle Veränderung von Medieninstitutionen und digitalen Technologien. Er verändert gesellschaftliche Kommunikations-, Informations- und Governancestrukturen. Für politische Bildung und Medienpädagogik deutet das auf die Notwendigkeit hin, sich mit dem Spannungsverhältnis zwischen Basisdemokratie für alle und der Autonomie und Selbstregulation des Individuums auseinanderzusetzen. Darüber hinaus gilt es die Transformation alter Machtstrukturen zu forcierter Individualisierung in den Blick zu nehmen. Wie ist die Zieldimension der Selbstbestimmung neu zu fassen? Inwiefern gilt es Konzepte politischer Bildung und Medienpädagogik fortzuschreiben? Wie können Ansätze, Perspektiven und Herangehensweisen beider Bildungsbereiche miteinander verzahnt werden? 

 

Diese Session wird begleitet von: Prof. Dr. Heidrun Allert

Menschen werden in unserer Gesellschaft oft im Kontext von Gruppenkonstruktionen wahrgenommen und unterschieden. Vielfältigen Fremd- und Selbstzuschreibungen verweisen z. B. auf die Bedeutung von Geschlecht, Sexualität, Religion, Einwanderungsgeschichte, sozialer Schicht, Alter und Ability. Diese veranschaulichen die Diversität unserer Gesellschaft. Gleichzeitig führen sie zu Unterdrückung und Benachteiligung. Das geschieht insbesondere durch ihre Verschränkungen und Wechselwirkungen. Welche Entwicklungen sind mit Blick auf Diversität und Ausgrenzung zu beobachten? Welche Möglichkeiten bieten sich, durch digitale Medien Diversität sichtbar zu machen und eine lebendige demokratische Gesellschaft zu gestalten? Inwiefern werden durch den digitalen Wandel Formen der Ausgrenzung unterstützt?  

Wie prägt das Zusammenspiel von Kapitalismus und Digitalisierung unsere Gesellschaft? Diesbezüglich sind mehrere Phänomene von Interesse. Erstens die Plattform-Ökonomie. Diese verändert Wertschöpfungsketten und baut damit Wirtschaften um. Zweitens die Privatisierung von Räumen der Kommunikation und gesellschaftlichen Diskursen. Damit bestimmen privatwirtschaftliche Akteur:innen Rahmenbedingungen der (semi-)öffentlichen wie auch (semi-)privaten Kommunikation. Drittens treten zunehmend privatwirtschaftliche (und dabei nicht gemeinnützige) Akteur:innen als Bildungsanbieter:innen auf. Damit stellt sich die Frage, wie sich das Verständnis wandelt von Bildungsangeboten als staatlicher Fürsorgeauftrag versus Bildung als einem nach Nachfrage und Angebot organsiertem Markt.

Diese Session wird begleitet von: Prof. Dr. Valentin Dander

Unter dem Stichwort Nachhaltigkeit sind Transformationsprozesse zusammengefasst, die in der Gesellschaft stattfinden (müssen), um mit den Folgen der Klimakrise umzugehen. In diesem Kontext ist zu klären, welche Rollen digitale Medien und Systeme als Ursache, Treiber oder Lösung der damit verbundenen Herausforderungen einnehmen. Es gilt sich zudem der Frage zu widmen, welche Bedeutung eine ressourcenschonende Nutzung digitaler Medien und Systeme haben kann - und inwiefern diese angesichts eines permanenten Innovationsdrucks überhaupt möglich ist. Darüber hinaus ist es wichtig, den ökologisch fokussierten Blick hinsichtlich der Nachhaltigkeit verschiedener Ansätze von Bildungsarbeit zu weiten.  


Diese Session wird begleitet von: Amanda Groschke

Abendessen und gemeinsamer Tagesausklang

19:20 Uhr Treffen zur Stadtführung, Anmeldung

Dienstag 17.05.2022

Durchgehende Kaffeebar

9:15 – 9:55 Uhr
Gesellschaftliche Teilhabe sozialwissenschaftlich begründet: Visionärer Entwurf – wie kann ein normativer Horizont heute aussehen?
Dr. Özgür Özvatan,
Humboldt-Universität zu Berlin

Dr. Özgür Özvatan ist Politikwissenschaftler und Soziologe. Er ist Co-Leiter der Abteilung Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik am Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin, wo er zu Themen wie Zugehörigkeit, Rassismus, Radikalisierung, Ethno- und Transnationalismus forscht und die Nachwuchsgruppe „‘Deutscher Islam’ als Alternative zum Islamismus?“ leitet. Er ist Koordinator des Immigration Research Netzwerk des Council for European Studies (CES) der Columbia University, war Visiting Fellow an der University of Melbourne und war Fellow des Centre for Analysis of the Radical Right (CARR).

10:05 – 10:40 Uhr
Zusammenfinden in Homegroups
Die geladenen Expert*innen kommen über die Tagung hinweg immer wieder in Dialog-Gruppen zusammen.

Kaffeepause

11:00 – 13:00 Uhr
Sessions zu den Bereichen

Der Paritätische Armutsbericht 2021 konstatierte in der Pandemie ein trauriges Rekordhoch: 16,1 Prozent der Bevölkerung sind zu den Armen zu rechnen. Sowohl Kinder als auch Rentner:innen sind überproportional von Armut betroffen. Der Einfluss von materieller Armut auf politisches Interesse wie auch Teilhabemöglichkeiten ist mehrfach ausgewiesen. Welche Bedeutung spielt dabei der digitale Wandel? Inwiefern verändern sich in diesem Zuge Teilhabemöglichkeiten für arme oder von Armut bedrohte Menschen? Wesentlich ist zudem die Frage, inwiefern der digitale Wandel zu einer ungleichen Wohlstandsverteilung beiträgt.  

Demokratische Meinungsbildung erfordert einen offenen Diskurs. Zugleich ist gerade in Online-Medien sichtbar, wie gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und rechtsextremes Gedankengut anschlussfähiger geworden sind. Sie befördern den offenen Diskurs in eine Krise. In den Kommentarspalten auf Social Media werden Polarisierungstendenzen der Gesellschaft besonders spürbar. Doch wo sind Spaltungen in der Gesellschaft verankert? Wer gesellschaftliche Teilhabe und Empowerment fördern möchte, muss sich die Ungleichheit in den Strukturen ansehen. Wie begünstigen Ausgrenzungsprozesse die Zustimmung zu rechtsextremen und menschenfeindlichen Ideologien? Wer ist durch Spaltungen in der Gesellschaft exkludiert? Was kann inklusive Bildungsarbeit bewirken? Welche Bedeutung haben Online-Medien für die Rahmenbedingungen gesellschaftlicher Diskurse?  

Diese Session wird begleitet von: Prof. Dr. Sabine Achour

„Der Anteil der deutschen Bevölkerung, der auf dem Land lebt, hat den niedrigsten Stand seit 1871 erreicht.“ Das ist das Ergebnis einer Studie des ifo Instituts in Dresden von 2020. Die anhaltende Abwanderung insbesondere der jüngeren Landbevölkerung in die Städte hat verschiedene Gründe. Dazu gehören fehlende Arbeitsplätze – sowohl was das quantitative Beschäftigungsangebot angeht wie auch die Vielfalt an beruflichen Möglichkeiten. Ein eingeschränktes kulturelles und Bildungsangebot sowie fehlende soziale Strukturen mindern die Attraktivität ländlicher Gegenden. Mängel in der digitalen Infrastruktur, die beispielsweise Internetversorgung und Breitbandausbau einschließen, sind überdies als Herausforderungen zu titulieren.

Was bedeuten diese Gegebenheiten für die gesellschaftliche Teilhabe der ländlichen Bevölkerung? Welche Bedingungen müssen geschaffen sein, dass artikulierte Bedarfe aufgegriffen und umgesetzt werden? Welche Bedeutung kommt dabei digitalen Medien und Systemen zu? Wie kann sich Medienpädagogik hier einbringen? 

Diese Session wird begleitet von: Mirjam Opitz

Kulturelle Teilhabe kann zum sozialen Zusammenhalt beitragen. Mit Kultur wird zudem Macht verhandelt. Somit haben (Sub-)Kulturen immer auch eine politische Dimension. Die aktive Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur ermöglicht einen Zugang zu Gesellschaft, Geschichte und Werten. Einen wesentlichen Ausgangspunkt stellen die individuelle und gemeinschaftliche Kreativität und der gestaltende Ausdruck dar. Kreativ das eigene Leben zu gestalten, ist heute eine prägende gesellschaftliche Leitidee. Mit digitalen Medien sind vielfältige Möglichkeiten der Artikulation und Veröffentlichung von Interessen verfügbar. Keineswegs ist es dadurch einfacher geworden, ein Publikum zu erreichen sowie eine Öffentlichkeit für eigene Anliegen und kreative Äußerungen herzustellen. Welche Bedeutung hat vor diesem Hintergrund die kulturelle Bildung? Welche Zielsetzungen konturieren sich an den Schnittstellen zur politischen Bildung und Medienpädagogik? 


Diese Session wird begleitet von: Prof. Dr. Birgit Dorner

Mittagspause

14:00 – 14:10
Zusammenkommen im Plenum

14:10 – 15:00 Uhr
Arbeitsphase in Homegroups

15:15 – 16:15 Uhr
Aktuelle Fragestellungen aus Medienpädagogik und politischer Bildung

Dr. Niels Brüggen, JFF – Institut für Medienpädagogik und Arne Busse, Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

Kaffeepause

16:30 – 18:30 Uhr
Arbeitsphase in Homegroups

Abendessen und gemeinsamer Tagesausklang

Mittwoch 18.05.2022

Durchgehende Kaffeebar

9:30 – 9:40 Uhr
Begrüßung im Plenum

9:40 – 10:30 Uhr
Arbeitsphase in Homegroups

Kaffeepause

11:00 – 12:30 Uhr
Gallery Walk zu den Arbeitsergebnissen der Homegroups

12:30 – 13:00 Uhr
Vision und Tagungsabschluss

Mittagessen

Text vorlesen
Scroll to Top

Um für den Zeitraum der Tagung auch den Up- und Download-Bereich nutzen zu können, müssen Sie sich zunächst anmelden. 
Nutzen Sie bitte folgende Anmeldedaten:
LOGIN-ID: teilnehmer | Passwort: session_2022

Sie werden nach der Anmeldung
automatisch hier zur Intern-Seite zurückgeleitet.

Skip to content